06.10.2025

Nicht NGOs, sondern Holzpolitik und Korruption verursachen Disharmonie auf Gemeindeebene in Sarawak, sagt der Bruno Manser Fonds

Schweizer NGO widerlegt Vorwürfe der malaysischen Landesregierung und fordert eine Korruptionsuntersuchung zur Vergabe einer 170.000 Hektar großen Holzkonzession – Gemeinden am Baram-Fluss stehen unter zunehmendem Druck, ihre Waldressourcen an Außenstehende abzutreten.

**übersetzte Version**

(Basel, Schweiz) Die Schweizer NGO Bruno Manser Fonds weist Vorwürfe der Regierung von Sarawak, einem Bundesstaat auf Borneo in Malaysia, zurück, wonach NGOs für Unfrieden in den Gemeinden sorgen.

«Seit über 30 Jahren unterstützt der Bruno Manser Fonds Gemeinden in Baram und gleicht damit die Vernachlässigung durch die Regierung aus», sagt Lukas Straumann, Geschäftsführer des Bruno Manser Fonds. «Wir wurden in den Gemeinden, mit denen wir zusammengearbeitet haben, immer willkommen geheissen und sind stolz auf die Erfolge der Gemeinden.» 

„Wir sind jedoch besorgt, dass die Ureinwohner von Baram zunehmend unter Druck gesetzt werden, ihre Waldressourcen an Außenstehende abzugeben“, sagt Straumann. „Letztes Jahr hat die Landesregierung bewusst Informationen über das Auslaufen einer großen Holzkonzession nach 30 Jahren zurückgehalten. Anschliessend wurde eine 170.000 Hektar grosse Konzession heimlich und ohne öffentliche Ausschreibung an das politisch vernetzte Unternehmen Borneoland Timber Resources Sdn Bhd vergeben.“

„Das riecht nach Korruption und sollte von der malaysischen Antikorruptionskommission untersucht werden. Warum setzt Sarawaks Premierminister Abang Johari diese Holzpolitik im Stil von Taib fort und wer profitiert davon?“

„Warum gibt es in Baram nach 30 Jahren Holzeinschlag keine vernünftigen Strassen, obwohl mit den Wäldern der Gemeinden Millionen verdient wurden?“, fragt Straumann. 

„Die Holzpolitik von Sarawak hat spektakulär versagt, der Region Vorteile zu verschaffen, und sollte durch einen gemeinschaftsorientierten Ansatz ersetzt werden. Dazu gehört auch das Recht der Gemeinden, mit wem auch immer sie zusammenarbeiten möchten.“

Letzte Woche lud die Regierung des Bundesstaates Sarawak Vertreter der Gemeinde Baram zu einem Treffen ein und drängte sie, einer Regierungsmotion zuzustimmen, wonach Gemeinden die Genehmigung der Regierung einholen müssen, wenn sie mit NGOs zusammenarbeiten wollen.